Brand Eins über Kakoii

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Profits: Die Werbeosteopathen

kakoii - die Werbeosteopathen Zeitschrift ProfitsPrenzlauer Berg. Couch, Kaminfeuer, Croissants, frischer Tee, Zwiebelmuster-Geschirr und eine überaus herzliche Begrüßung: Sind wir hier richtig? Zum Interview mit kakoii, den Erfolgswerbern? Oder in ein entspanntes Frühstück unter Freunden geraten? Wir sind richtig, die Geschäftsführer Thekla Heineke und Stefan Mannes und ihre Kundenbetreuerin der Berliner Sparkasse, Marion Wagner, stehen bereit. Doch es ist kein klassisches Interview, es wird zum Gespräch über gute und schlechte Werbung, verrohte Sitten der Kommunikationsbranche, über Christoph Schlingensief und Kos-metik, über japanische Eigenarten und deutsche Traditionsmarken, kurz: über Gott und die Welt.

Wie fing’s an? Es war 2001, das Platzen der Dotcom-Blase brachte ihren Arbeitgeber zu Fall. Thekla Heineke und Stefan Mannes wurden über Nacht zum Creative Director und Managing Director ihrer eigenen Agentur. Sprung ins kalte Wasser und Warmstart zugleich – denn Projekte mussten weitergeführt werden. Mit Erfolg: Mit der Spendenkampagne für das Holocaust-Mahnmal „Den Holocaust hat es nie gegeben“ wurden die beiden zu Shooting Stars: langjährige Zusammenarbeit mit Christoph Schlingensief. Die HIV-Aufklä-rungskampagne für die BzGA. Arbeit für die Volksbühne. Ein Therapiespiel zur Behandlung von Schizophrenie, das mittlerweile europaweit zur Behandlung eingesetzt wird. Kosmetik, Alkohol, Brillen, Militärmuseen, Charity, Stopp: Wo ist denn da der rote Faden?

„Hübsch wird’s sowieso“, sagt Thekla Heineke. Alle lachen – und wissen, was dahintersteckt: Es geht nicht darum, zum betriebsblinden Spezialisten für Pharmaprodukte oder vergeistigten Ansprechpartner für Theater-Kampagnen zu werden. kakoii ist Brand- & Communication Consultant: Hintergrundwissen aus Unternehmensberatungen sorgt dafür, dass man sich als Problemlöser versteht, der alle Medien bespielen kann. Und das perfekt. Die richtigen auszuwählen und mit den passenden Botschaften zu versehen, das ist das Besondere – und darin steckt der Schlüssel zum Erfolg. „Wir denken nie klein-klein, egal, wie niedrig das Budget ist. Wir haben diesen sportlichen Ehrgeiz, dass wir erst zufrieden sind, wenn man Erfolg auch messen kann.“

Wie kommt diese vergleichsweise kleine Agentur an so renommierte Kunden, die doch auch Herrn „Scholz und seine Freunde“ und „Gar nicht mehr so jung, aber matt“ fragen könnten? Mannes sagt: „Akquise läuft fast ausschließlich auf Empfehlung.“ Und Heineke ergänzt: „Und den Rest an Vertrauen erarbeiten wir uns durch Professionalität.“ Wie professionell, zeigt ein aktuelles Beispiel: der Relaunch der Traditionsmarke Alpina für den internationalen Markt. Auf Recherchereisen z.B. nach Moskau sieht man sich vor Ort im Baumarkt um, beobachtet, wie die Menschen Wandfarbe kaufen, wie ihr Traumzuhause aussieht. Erst dann wird das Konzept festgezurrt, erst dann geht es ans Design. Und manchmal auch ans Eingemachte. Mit Erfolg, Alpina ist zum Musterbeispiel für zielgruppengenaue Neupositionierung geworden. Dass das Neue und das Alte Gegensätze sein müssen, wird verneint:

„Werbung ist wie Osteopathie, manchmal genügt es, ein wenig einzurenken.“ Die beiden sind uneitel, unkompliziert, partnerschaftlich. (…) Und das ist gar nicht wenig bei 20 Mitarbeitern und einem Netzwerk, mit dem selbst größte Projekte möglich werden. Weiteres Wachstum geplant? „Nein, wir wollen ja auch inhaltlich arbeiten und nicht ‚nur‘ als Geschäftsführer.“ Dabei bekommen die beiden auch noch Karriere und Kinder unter einen Hut, sind mit einem kakoii-Büro in Tokio präsent – und wirken bei all dem richtig entspannt. Ein Vormittag, der gute Laune macht. Und Beruhigendes zutage fördert: Professionalität, Qualität und Menschlichkeit schließen sich nicht aus!

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