Wir schaffen Alles! (außer die eigene Website) - Besser schreiben Sie uns.

Übersicht

Beim Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM wird Leistung leider nicht vergütet

Beim Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM wird Leistung leider nicht vergütet

Heute schicken wir das Fraunhofer‑Institut für Entwurfstechnik Mechatronik (IEM) – normalerweise verwickelt in die feinen Zahnräder der Industrie 4.0 – dorthin, wo der Pfeffer wächst. In Paderborn erforscht man jene intelligente Mechatronik, die Maschinen das Denken lehren soll. Nun aber strebt man mit dem „Digital Transformation Office“ (DTO) auf neues Terrain, garniert mit einem Begriff, den die Ausschreibung frank und frei serviert: »Lifestyle«. So riecht Digitalisierung, wenn man sie auf den Duftstreifen der Werbeabteilung sprüht.

Und damit dieser Lifestyle nicht im luftleeren Raum verpufft, sucht das Institut eine Agentur, die ihm ein Erscheinungsbild verpasst – »frisch, modern, zu einem gewissen Grad hip«. Hip, meine Damen und Herren! Man hört die Sneaker auf dem Linoleum quietschen.

Auf die auserwählten Agenturen wartet ein Pitch, doch Vorsicht, Fußangeln: Drei Häuser lädt man ein, eine Aufwandsentschädigung indes – Fehlanzeige. Die Ausschreibung sagt es mit bürokratischem Schulterzucken: »Leider können wir keine Vergütung für den Pitch zahlen.« Ein »leider«, so glatt poliert, dass man sich beinahe darin spiegeln möchte.

Wer indes öffentlich gefördert ist und dennoch Gratisarbeit fordert, demonstriert nicht Sparsamkeit, sondern eine erstaunliche Blindheit gegenüber jener simplen Ethik, die wir sonst Grundschule nennen: Für Arbeit gibt es Lohn. Punkt. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen sich auch nicht unbezahlt beweisen, um vielleicht irgendwann entlohnt zu werden. Warum sollte für kreative Köpfe anderes gelten?

Dass Ministerien, Verbände und große Konzerne Pitchhonorare zahlen, zeigt: Es geht sehr wohl. Woher also kommt diese Misere im Hause Fraunhofer IEM? Ist es Gedankenlosigkeit? Hochmut? Oder schlicht der Glaube, dass man sich im Glanz des Namens jede Zumutung erlauben dürfe?

Wir halten die Ausschreibung für unverschämt, für ein Echo jener Gratismentalität, die den Wert geistiger Leistung unter den Tisch kehrt. Und wir fragen – höfflich, aber unüberhörbar –: Was, um Himmels willen, ist los beim Fraunhofer‑Institut für Entwurfstechnik Mechatronik?

Wir haben nachgefragt.

Und folgendes erfahren:

———

Hallo Frau Fraunhofer (Name geändert ;-),

wir würden gerne wissen weshalb für die angefragt Pitchleistungen keine Vergütung erfolgen kann. Sie schreiben „leider“. Aber es handelt sich um großes Projekt, das sicher vernünftig budgetiert ist.

Wie kommt es dazu ?

Herzliche Grüße

kakoii

———

Hallo Herr kakoii, 

eine Vergütung des Pitches wurde in der Budgetierung so einfach nicht vorgesehen. Ich weiß, dass das immer etwas unschön ist. 

Um auch da schon die Zeit und Ressourcen (auch für Anfahrt etc.) im Rahmen zu halten, haben wir uns u.a. auch für die „Online-Pitch“ entschieden. 

Viele Grüße 

Fraunhofer-Institut

———

Hallo Frau Fraunhofer,

was meinen sie mit „nicht vorgesehen“? Es geht ja nicht um die Fahrt, sondern um die geleistete Denkarbeit.

Wessen Entscheidung war das konkret diese nicht zu vergüten ?

Herzliche Grüße

kakoii

———

Eine Antwort darauf erfolgt nicht.

 

Ärgerlich. Aber falls sie lautere Absichten haben, dann stehen wir Ihnen gerne als Corporate Design Agentur zur Verfügung.

Übersicht