Brand Eins über Kakoii

Agentur mit Weltverbesserungskompetenz: kakoii kann sogar Gesetze ändern!

Volksbegehren Artenvielfalt mit großer Mehrheit verabschiedet Um es vorweg zu nehmen. Nein. Natürlich haben nicht wir das bayrische Naturschutzgesetz geändert, sondern die bayrischen Wähler. Aber wir freuen uns wirklich sehr, Teil des erstaunlichsten und erfolgreichsten Volksbegehrens seit zwei Jahrzehnten gewesen zu sein. Es ist über ein Jahr her, seitdem uns die ÖDP als Initiator des […]

Volksbegehren Artenvielfalt mit großer Mehrheit verabschiedet

Volksbegehren Artenvielfalt mit großer Mehrheit verabschiedet

Volksbegehren in Bayern mit großer Mehrheit verabschiedet. Foto: Volksbegehren Artenvielfalt

Um es vorweg zu nehmen. Nein. Natürlich haben nicht wir das bayrische Naturschutzgesetz geändert, sondern die bayrischen Wähler. Aber wir freuen uns wirklich sehr, Teil des erstaunlichsten und erfolgreichsten Volksbegehrens seit zwei Jahrzehnten gewesen zu sein. Es ist über ein Jahr her, seitdem uns die ÖDP als Initiator des Volksbegehrens bat Sie bei dem Vorhaben zu unterstützen. Ein unmögliches Vorhaben?

Bayern ist nun nicht unbedingt bekannt für vorwärtsdenkenden Aktivismus und Hinterfragen des Status Quo. Umso stärker ist darum das Zeichen, das gesetzt wurde, nachdem der Schlachtruf „Rettet die Bienen!“ hier nicht nur nicht verhallen ist, sondern mit durchschlagendem Erfolg im Lamdtag zum Abschluss gebracht wurde: Die Annahme des Gesetzentwurfes gleich einer Revolution und bringt in Bayern eines der weitreichendsten Artenschutzgesetze Europas auf den Weg.

In einer Zeit des Armchair-Aktivismus, in der Parteien mit dem Gefühl der Hoffnungslosigkeit Wahlkampf machen, beweist das Volksbegehren, dass Einsatz und Leidenschaft etwas ändern können. Eben genau dann, wenn aus Klicktivism auf die Straßegehvism und aus Sonntags Netflix bingen vor dem Rathaus anstellen wird. Angeführt von der vermeintlich kleinen und manchmal belächelten ÖDP, die mit unermüdlichem Optimismus und Streitlust seit Jahrzehnten für Umweltthemen kämpfen, konnte so eine Grassrootbewegung entstehen, die mit einer von Greta wachgeküsste Gesellschaft der Politikverdrossenheit den Mittelfinger zeigt.

Und wenn eine kleine Partei es schafft, in Bayern gegen den Widerstand von Lobbygruppen und CSU (auch wenn Herr Söder das nun euphorisch unter den Tisch fallen lässt) eine Bewegung ins Leben zu rufen, der die Menschen in eine bessere und grünere Zukunft folgen, dann gibt das Hoffnung. Auch weit über die bayerischen Grenzen hinaus: Niedersachen und Baden-Württemberg haben schon ähnliche Volksbegehren angekündigt und viele weitere Bundesländer werden folgen. Und wir sind uns sicher, dass auch sie mit durchschlagendem Erfolg ein Zeichen für politische Teilnahme und die Macht des aktiven Mitmachens setzen werden.

Selten konnten wir unser Motto „Ideas for things that matter“ so sehr beweisen wie durch die partnerschaftliche Arbeit mit der ÖDP, die das Volksbegehren durch viele kleine und große Maßnahmen auf seinen Weg zum Erfolg führte. Yes we can! And yes we did!

Weitere Informationen unter: volksbegehren-artenvielfalt.de und in der Süddeutsche Zeitung „Die Bienen-Revolution von Bayern

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AfD Wähler – Analyse des Social-Media-Verhaltens zeigt Erstaunliches

Die Umfragewerte der AfD steigen trotz aller Skandale. Die etablierten Parteien scheinen nicht nur machtlos, sondern auch erklärungslos zu sein angesichts des Wählerzustroms zum Paria der Parteienlandschaft. Es ist davon auszugehen, dass in den Parteizentralen ein Heer von Politikwissenschaftlern an Erklärungsmodellen für dieses Phänomen forscht, bisher ohne Ergebnis: In den vergangenen Wahlkämpfen von SPD, CSU, […]

Beispiel Social Media AfD

Social Media Posting der AfD. Im Text verlinkt zu einem Artikel der WELT.

Die Umfragewerte der AfD steigen trotz aller Skandale. Die etablierten Parteien scheinen nicht nur machtlos, sondern auch erklärungslos zu sein angesichts des Wählerzustroms zum Paria der Parteienlandschaft. Es ist davon auszugehen, dass in den Parteizentralen ein Heer von Politikwissenschaftlern an Erklärungsmodellen für dieses Phänomen forscht, bisher ohne Ergebnis: In den vergangenen Wahlkämpfen von SPD, CSU, Grünen & Co. in Bayern verfolgten die Parteien eine Strategie der asymmetrischen Demobilisierung. Außer politisch korrekten Anstandsbeteuerungen gab es keine direkte Argumentation gegen die AfD.

Was also macht die AfD anders als andere Parteien? Es lohnt sich, einmal einen Blick auf die Social Media-Aktivitäten der AfD zu werfen. Bei einer genauen Analyse des Social-Media Wahlkampfs zeigt sich, dass ausgerechnet diese Partei die Spezifika des Mediums sehr gut erkannt hat und am professionellsten nutzt. Die Themen sind gut recherchiert, spitz und übertrieben getextet, aber immer mit einer seriösen Quelle verlinkt. So verbindet die AfD gekonnt das freischwebende Empörungspotenzial ihrer Follower mit bestimmten Fakten. Aber warum funktioniert das so gut?

Es gib ein psychologisches Phänomen, welches man auch an sich selbst beobachten kann, nämlich, dass die gleichzeitige Präsentation von sich nicht groß widersprechenden Aussagen grundsätzlich als „wahr“ bewertet wird. Unser Bewusstsein, darauf programmiert überall Zusammenhänge und Kausalitäten zu entdecken, neigt zu einer Verkettung von Informationen die zueinander zu passen scheinen und wenn genau diese Verkettung nicht durch andere Informationen aktiv widerlegt wird – sondern im Gegenteil, einfach nur oft genug wiederholt wird – fühlt sie sich früher oder später richtig an. Der Entscheidungswissenschaftler Daniel Kahnemann hat diesen Mechanismus in seinem Buch „Schnelles Denken – langsames Denken“ detailliert beschreiben. Und Genau dieses Phänomen macht sich die AfD auf ihren Social Media-Kanälen zunutze.

Nur einem sehr aufmerksamen Leser fallen bei einem genauen Abgleich von Motiv, Begleittext und den genannten Quellen Widersprüche auf.

Social Media Wahlkampf

Parodistische Testanzeige auf Facebook. Von AfD-nahen Usern nicht hinterfragt und fleißig geteilt.

Die Politikberater der Lix-Tetrax-Group haben vor kurzem auf Facebook einen Test zu diesem Thema gestartet und fiktive Parteimotive geschaltet. Gepostet wurden Motive unterschiedlicher Art zu AfD-nahen Themen. Bei der genauen Betrachtung der Kommentare und des Userverhaltens zeigt sich:

  • Unreflektierte Klickkultur: Weniger als 1% der Interagierenden hat offensichtlich realisiert, dass es sich um fiktive Motive handelt. Fake News werden nicht erkannt.
  • Hohes Empörungspotenzial: AfD-Wähler teilen überproportional oft Beiträge.
  • Postfaktische Argumentation: Keiner der Kommentatoren hat die Herkunft der angeblichen Studie oder Wissenschaftler hinterfragt.
  • Verfügbarkeitskaskaden: Die hohen Kontaktzahlen in den medialen Echokammern der AfD-Wähler sorgt für eine kognitive Verzerrung bezüglich der Gewichtung von Problemen.

Sieht man sich daraufhin die Profile der AfD-nahen User genauer an, so fällt auf, dass sich deren Timelines vor allem mit Verlustängsten und Unrechtsgefühlen befassen. Primäre Themen sind nicht etwa Migration, sondern Inhalte wie Tierschutz, Angst vor Altersarmut, Benachteiligung von behinderten Menschen und Kindern sowie Solidarität mit alleinerziehenden Müttern. Dazwischen finden sich rührende Familienbilder in meist klein- oder kleinstbürgerlicher Idylle. Sehen so radikale Rechtsextreme aus?

Social Media Wahlkampf

Parodistische Testanzeige auf Facebook. Von AfD-nahen Usern nicht hinterfragt und fleißig geteilt.

Wenn man das liest, muss man zu dem Schluss kommen, dass es weniger ein Potenzial von 20% rechtsextremen Wählern als vielmehr eine breite Schicht von Bürgern gibt, die das Gefühl hat von Politik und Staat vergessen worden zu sein. Dies hatten auch bereits die Studien der Studie der Hans-Böckler-Stiftung und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zur AfD-Wählerschaft gezeigt.

In ihren Timelines beschäftigen sich AfD-Wähler vor allem mit ihren eigenen Ängsten vor dem sozialen Abstieg, die durch kognitive Verzerrungen extrem überhöht werden. Durch das WYSIATI-Phänomen werden andere Probleme ausgeblendet oder für weniger wichtig erachtet.

Für diese Zielgruppe bietet die AfD eine Plattform, wo zwar keine konkreten Abhilfen vorgeschlagen werden, die aber allein durch ihre Existenz eine emotionale Rache am System erlaubt. Das Gefühl der Selbstwirksamkeit gibt es für die AfD-nahen User dabei noch gratis dazu, schließlich steigen von Woche zu Woche die Likes und Umfragewerte. Die Anklage der Missstände ersetzt die Lösung der Missstände. Mit anderen Worten: Die Social-Media-Strategie der AfD ist im Grunde eine Wut-Therapie. Und das macht sie so erfolgreich und unterscheidet sie von den Argumentationen der anderen Parteien.

Mangels Regierungsbeteiligung der AfD wird sich logischerweise nichts von dem ändern, was diese Bürger umtreibt und besorgt. Aber jeder Prozentpunkt gibt AfD-Wählern und Sympathisanten das Gefühl, es den „Altparteien“ und der „Lügenpresse“ gezeigt zu haben. Und überhaupt dem „System“, das alle Nicht-AfD-Wähler umfasst.

 

Quellen & Links

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Respekt Frau Rackete!

Respekt Frau Carola Rackete!

Das finden wir gut gesagt. Aus vielerlei Gründen und weil Respekt ein Wort ist, das man häufiger gebrauchen, hören und bedenken sollte. Auf unseren Social-Media-Kanälen wird darüber gestritten. Wer sich beteiligen will kann es hier bei: Facebook, Twitter oder Instagram.   #seawatch #seawatch3 #rackete #carolarackete #salvini #mittelmeer #lampedusa #seenotretter #nuffsaid

Respekt Frau Carola Rackete!

Das finden wir gut gesagt. Aus vielerlei Gründen und weil Respekt ein Wort ist, das man häufiger gebrauchen, hören und bedenken sollte.

Auf unseren Social-Media-Kanälen wird darüber gestritten. Wer sich beteiligen will kann es hier bei: Facebook, Twitter oder Instagram.

 

#seawatch #seawatch3 #rackete #carolarackete #salvini #mittelmeer #lampedusa #seenotretter #nuffsaid

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Die Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz ist nicht nett zum Mittelstand

Es scheint etwas sehr deutsches zu sein, sich auf Vorgaben oder Befehle von „oben“ zu berufen, wenn es darum geht unethische Entscheidungen zu verantworten. Man bedauert leider nicht anders zu können und selbst nur ein kleines Rad im Getriebe zu sein. Hannah Arendt hat darüber geschrieben. Und viele Soziologen. Die Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz hat gerade […]

Mittelstandsinitiative Energiewende und KlimaschutzEs scheint etwas sehr deutsches zu sein, sich auf Vorgaben oder Befehle von „oben“ zu berufen, wenn es darum geht unethische Entscheidungen zu verantworten. Man bedauert leider nicht anders zu können und selbst nur ein kleines Rad im Getriebe zu sein. Hannah Arendt hat darüber geschrieben. Und viele Soziologen.

Die Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz hat gerade eine Ausschreibung laufen, bei der Agenturen aufgefordert werden Entwürfe einzureichen. Ein Kreativbriefing gibt es nicht. Man will offensichtlich einfach sehen ob man etwas findet, das einem gefällt. Eine Vergütung ist nicht erwähnt.

Aber wir haben nachgefragt und sind doch arg entsetzt. Denn wir gehören auch zum Mittelstand. Und ausgerechnet eine Initiative, die uns unterstützen soll versucht sich kostenfreie Leistungen von uns zu ergaunern. Das finden wir nicht OK.

Natürlich haben wir genau nachgefragt, was man sich dabei gedacht hat.

 


 

Sehr geehrter Herr Mittelstandsinitiative (Name geändert ;-),

vielen Dank für Ihre Anfrage.
Dazu haben wir noch folgende Rückfrage.
In der Ausschreibung ist formuliert: „Einzureichen sind …Erste Anmutungen und Ideen der visuellen Gestaltung der Leitfäden an Hand der drei bereits feststehenden Themen.“
Bei dieser Position handelt es sich um Kreativleistung durch uns. Es ist nirgendwo genannt, wie dies vergütet wird. Können Sie etwas mehr dazu sagen?
Oder erwarten Sie eine kostenfreie Leistungserbringung?
Mit freundlichen Grüßen

 

kakoii

 


 

Sehr geehrter Herr kakoii,

danke für ihre Rückfrage. Wir sind an einige Vorgaben gebunden und müssen die Leistungen deshalb zunächst grundsätzlich als kostenfreien Bestandteil des Angebotes betrachten.

Wir können ihnen für ihr Angebot mit den ersten Entwürfen nur eine Aufwandsentschädigung von maximal 250 Euro Brutto zahlen.

Mit freundlichen Grüßen

Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz


 

Sehr geehrter Herr Mittelstandsinitative,

vielen Dank für Ihre Antwort.
Selbst bei 250,- Euro würde uns das in die Situation bringen die von Ihnen geforderte Leistung unter dem gesetzlichen Mindestlohn zu erbringen.
Da Sie „Vorgaben“ erwähnen möchte ich konkret nachfragen wie diese definiert sind. Sicherlich wird die Mittelstandsinitiative nicht vorsätzlich Leistungen unter Mindestlohn anfordern.
Man stelle sich nur vor die Presse schriebe darüber.
Herzliche Grüße
kakoii

 


 

Sehr geehrter Herr kakoii,

vielen Dank für ihren Hinweis. Mir war nicht bewusst, dass Sie in dem Angebot eine Aufforderung zur Unterschreitung des Mindestlohns sehen könnten. So war dieses Angebot nicht gemeint und die erwähnten Vorgaben zielen auch nicht darauf ab.

Bitte entschuldigen Sie den Irrtum.

Mit freundlichen Grüßen

Mittelstandsinitative

 


 

Hallo Herr Mittelstandsinitative,

vielen Dank für die Antwort.
Aber klarer wird die Sache dadurch nicht.
Sie haben doch explizit Leistungen in der Ausschreibung gefordert, können/wollen diese aber nicht bezahlen.
Wie passt das zusammen?
Mit freundlichen Grüßen
kakoii

 


 

Dann kam keine Antwort mehr.

 


 

Die Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz ist ein gemeinsames Projekt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages e. V. (DIHK), des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Der DIHK und der ZDH sind die Dachverbände der 79 Industrie- und Handelskammern und 53 Handwerkskammern. Die Operative Betreuung erfolgt durch die DIHK Service GmbH. Geschäftsführer sind Dr. Achim Dercks, Sofie Geisel und Michael Kowalski.

Wer gerne un- oder unterbezahlt für die Initiative arbeiten möchte kann sich bewerben unter:

www.mittelstand-energiewende.de bzw. www.dihk.de

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Kinder vor Werbung schützen? Unsere Meinung in der aktuellen brandeins

„Miley würde sogar gern viel, viel öfter mit der Kamera reden.“ Thema: Kinder-Influencer (…) Stefan Mannes betritt den Raum mit einem Aktenordner. Er ist Geschäftsführer der Werbeagentur Kakoii in Berlin. Die hat für die Medienkompetenz-Schwerpunkte des Deutschen Kinderhilfswerks die Facebook-Kampagne übernommen. Einer ihrer Claims lautet: „Kinder haben ein Recht auf Schutz – auch vor Werbung.“ Der Werber […]

„Miley würde sogar gern viel, viel öfter mit der Kamera reden.“
Thema: Kinder-Influencer

kakoii brandeins gegen Werbung(…) Stefan Mannes betritt den Raum mit einem Aktenordner. Er ist Geschäftsführer der Werbeagentur Kakoii in Berlin. Die hat für die Medienkompetenz-Schwerpunkte des Deutschen Kinderhilfswerks die Facebook-Kampagne übernommen. Einer ihrer Claims lautet: „Kinder haben ein Recht auf Schutz – auch vor Werbung.“ Der Werber wirbt also für weniger Werbung.

Das Thema Marketing für Kinder sei unerschöpflich, sagt er und schlägt den Ordner auf. Darin sind Broschüren von Agenturen, die Unternehmen anbieten, ihre Werbebotschaften in Kindergärten und Grundschulen unterzubringen – „direkt bei der Zielgruppe“. Oder Ausschreibungen von Spielwarenherstellern, die einen Preis ausloben für Kindergärten, die die schönsten Heldenfiguren mit Marken-Knete erstellen. Er zeigt eine Ernährungspyramide, die als Unterrichtsmaterial angeboten wird, in der aber statt eines Glases Saft eine gesüßte Markenlimonade abgebildet ist.

Die Frage ist: Ist es richtig, nur weil es üblich ist, dass schon die Jüngsten mit Konsumhinweisen konfrontiert werden?

Die Unternehmen argumentieren, dass sie die Kinder unterstützen wollen: Kneten sei gut für die Feinmotorik. Aber aus karitativen Motiven verschenkt keine Firma Schulmaterialien. In einer Marketingbroschüre steht noch ein anderer Grund: „Im Grundschulalter werden Markenpräferenzen für viele Jahre und Jahrzehnte gelegt.“ Deswegen sind Kinder als Zielgruppe so beliebt.

Auf Fragen antworten mehrere Unternehmen nur schriftlich. (…) Der Spielwarenhersteller Hasbro, der den Play-Doh-Kindergartenpreis ausschreibt, will sich zu einzelnen Marketingkampagnen nicht äußern. Er verweist aber darauf, dass man sich „in der unabhängigen Bildungsinitiative Media Smart“ engagiere, die die Werbe- und Medienkompetenz von Kindern fördere.

Ist Media Smart wirklich unabhängig? Zu den Mitgliedern gehören der Privatsender SuperRTL, der Süßwarenhersteller Ferrero und die Spielzeugproduzenten Hasbro, Lego und Mattel. In einem Heft, das Media Smart herausgibt, steht die Frage: „Sollte Werbung bereits in der Vorschule zum Thema gemacht werden? Wäre es nicht besser, Kinder in diesem Alter vor Werbung zu bewahren?“ Ein Experte antwortet: Eine „Abwertung von Werbung hilft Kindern nicht dabei zu lernen, kritisch mit Werbung umzugehen“. So klingt Werbekompetenzförderung, an der sich Spielwarenfirmen beteiligen.

Stefan Mannes dagegen findet Werbung im Vorschulalter problematisch, weil gerade jüngere Kinder sie noch nicht von anderen Informationen unterscheiden können. Er sagt: „In Kitas gehört nichts, was irgendwie mit einem kommerziellen Interesse verbunden ist. Ich persönlich würde sogar sagen, auch nicht in Grundschulen.“

Wie er das durchsetzen will, hat er sich schon überlegt. Erst einmal gehe es um die Debatte, sagt Mannes. Um Bewusstsein für das Thema, um Aufklärung. Das Rauchverbot habe auch Jahre im Raum gestanden, und dann, fast überraschend, sei die Zeit dafür gekommen.

Es gibt auch schon erste Entwicklungen in diese Richtung: In Chile sind Comicfiguren auf Zuckermüsli-Packungen verboten, in São Paolo und Grenoble gibt es generell keine Plakataußenwerbung mehr. In Berlin fordert die Initiative „Berlin werbefrei“ einen weitgehend reklamefreien öffentlichen Raum sowie ein Werbeverbot in Kitas, Schulen und Hochschulen. Sie hat im Jahr 2018 schon mehr als 32 000 gültige Unterschriften gesammelt.

„Ich finde es gut, dass solche Ideen im Diskursraum herumschweben“, sagt Stefan Mannes. Deshalb werde morgen nicht flächendeckend Werbung verboten. „Aber so verrückt ist das alles nicht.“

Robert Henle, der Vater der Youtuberin Miley, muss lachen, als er von der Idee hört. Keine Werbung mehr für Kinder? „Aber da braucht man ja den Fernseher oder den Computer gar nicht mehr anzumachen“, sagt er.

Es gibt Menschen, die erwidern würden: Genau das ist das Problem.

Hier geht es zum ganzen Artikel in der brandeins – Aufgabe Februar 2019


 

kakoii hatte bereits vor mehreren Monaten zum Thema Kinder & Werbung gearbeitet. Im Rahmen unserer Arbeit für das Deutsche Kinderhilfswerk hatten wir uns nicht nur intensiv mit der Wirkung von Werbung auf Kinder beschäftigt (auch über Youtuber hinaus), sondern auch bereits einen viel beachteten Kommentar zum Thema Kindergartenmarketing verfasst. kakoii betrachtet sich selbst als eine konsumkritische Werbeagentur. D.h. wir arbeiten für Marken, die nachhaltige Produkte mit nachvollziehbarem Nutzwert für Menschen anbieten. Dies schließt Kunden aus dem NPO (Caritas, Aidshilfe, DRK & Co.), aber auch aus dem kommerziellen Sektor mit ein. Ein Beispiel dafür ist unsere Arbeit für Alpina Farben, über die auch die brandeins berichtete. kakoii ist einer der Unterstützer des Volksbegehrens „Berlin Werbefrei“.

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