Brand Eins über Kakoii

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Testen, klicken, wählen – die interaktiven Wahlhelfer zur Bundestagswahl

Noch unentschlossen, wo das Kreuzchen bei der Bundestagswahl gemacht werden soll? Wahltests im Internet können Abhilfe schaffen. Politikberater Stefan mannes im interview der FAZ.

Bundestagswahl - Politikberater Stefan Mannes im Interview der FAZIm ersten Moment war sogar Harald Schmidt sprachlos: Ein Computer hatte dem Talkmaster in seiner Show bescheinigt, dass seine politischen Positionen eindeutig denen der Grünen am nächsten stünden. Der Selbstversuch des Entertainers löste einen Ansturm auf das neue Angebot im Internet aus. (…)

Der Wahltest bei Wahlkompass.de hingegen ist für die Ungeduldigen unter den Unentschlossenen: Der Test dauert keine zwei Minuten. 14 Fragen, die schlicht mit „Ja“ oder „Nein“ zu beantworten sind, müssen durchgeklickt werden. Entwickelt wurde der Wahlkompass von Berliner Politologen der Freien und der Technischen Universität Berlin in Zusammenarbeit mit der Agentur für kritische Projekte „kakoii“. Er basiert auf der Verknüpfung von Persönlichkeitsfragen, wie die nach Geschlecht und Einkommensklasse, und Fragen nach politischen Inhalten. Ist man beispielsweise männlich, selbstständig, verdient mehr als 55.000 Euro pro Jahr und plädiert für eine private Eigenvorsorge als Ergänzung zur gesetzlichen Rente, bekommt die FDP einen Punkt. Bei anderen Konstellationen sind auch Punkte für mehrere Parteien möglich. Zum Schluss gibt es ein Ergebnis in Form eines Parteien-Rankings.

Erstaunlich ist, dass beim Parteien-Ranking aller Nutzer, die den Wahlkompass durchlaufen haben, die Grünen und die FDP die ersten beiden Plätze einnehmen. Die Wähler der Grünen seien im Schnitt jünger und damit auch „Internet-affiner“ sagt Stefan Mannes, einer der Redakteure des Wahlkompasses gegenüber FAZ.NET. Und das FDP-Programm beinhalte einige Aspekte, die in ähnlicher Art und Weise auch in den Programmen der Union und der SPD auftauchten – somit entfielen etliche Punkte beim Durchlauf des Tests auf die Liberalen.

Mannes und seine Kollegen hoffen, programmatische Inhalte der Parteien „abseits von Ideologie und Personen“ an den Mann und die Frau bringen zu können. Insbesondere wollen sie denen bei der Wahlentscheidung helfen, die sich nicht ausführlich mit Politik beschäftigen oder unentschlossen sind. Auch in einem Computerspiel-Forum sei über den Wahlkompass gesprochen worden, erzählt Mannes. Nachdem ein Spieler den Test durchlaufen hatte, besorgte er sich sofort die Wahlprogramme aus dem Internet, um die rund 50 Seiten starken Papiere in aller Ausführlichkeit zu studieren. Mannes ist zufrieden: „Ziel erreicht.“

Quelle: FAZ

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