Brand Eins über Kakoii

Nein. Wir sind nicht mit Allryder unterwegs

Also gut. Startups haben es schwer. Man bastelt lange an einer guten Idee bis man einen Investor findet. Aber mit viel Glück schafft man einen Exit mit dem zigfachen Verdienst des eigenen Einsatzes. Da ist es ja nicht verwunderlich von anderen so etwas auch zu verlangen. Da lassen wir gerne die selbe Nachsicht walten, die […]

Also gut. Startups haben es schwer. Man bastelt lange an einer guten Idee bis man einen Investor findet. Aber mit viel Glück schafft man einen Exit mit dem zigfachen Verdienst des eigenen Einsatzes. Da ist es ja nicht verwunderlich von anderen so etwas auch zu verlangen. Da lassen wir gerne die selbe Nachsicht walten, die wir auch mit Menschen haben die ihre Kinder schlagen, weil sie selbst als Kind geschlagen wurden.

Achja. Es geht um die freundliche Anfrage des Startups Allryder.

(…) Vorab habe ich noch ein paar Infos zusammengefasst. Denn wir möchten perspektivisch gerne Konzept-Ideen von Euch bzw. Eurer Agentur pitchen lassen.

Eckdaten und Informationen des Gesamt-Konzeptes wären außerdem:
– für einen Pitch würden Sie 1.000,00 EUR erhalten
– beim Gewinner des Pitch werden die 1K in das Gesamtbudget verrechnet
– Kampagnen Kick-Off asap

Wow. Ganze 1000,- Euro für ein maßgeschneidertes Kampagnenkonzept? Wir schreiben:

Hallo Y,
Eine Sache aber vorab. Pitches machen wir aus Prinzip nicht. Unsere Meinung dazu gibt es hier : http://www.kakoii.de/agentur-pitch/ 
Agenturvorstellung, Workflow, Cases, gerne. 
Nur ernsthafte Arbeit kostet dann auch ernsthaftes Geld. 
Bitte überlegt euch das vorher.
viele Grüße

Wir haben darauf nie wieder von Allryder gehört.

Hätten wir uns da doch besser als Mitarbeiter beworben. Da wird man besser behandelt. Alleine die dort auf der Website beworbenen Perks and Benefits (vom Frühstück über Snacks bis hin zu Burgern und Bier-Freitag) hätten wir locker im Wert von 1000,- Euro in der Probezeit weggemampft und weggetrunken.

Rülps.

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STADT UND LAND Wohnbauten Berlin findet: Entschädigung ist kein Mindestlohn

Heute lernten wir von der STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH: Entschädigung ist kein Mindestlohn. Es erreichte uns ein Aufforderungsschreiben zur Abgabe eines Angebotes nebst diverser Anlagen und Formulare. In einem zweistufigen Verfahren soll in einem Pitch eine aufwendige Markenerarbeitung/Kampagne entstehen. Und für den zweiten, arbeitsreichen Teil gibt es 2.000 Euro. Wir schreiben: Sehr geehrte Damen und […]

Heute lernten wir von der STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH: Entschädigung ist kein Mindestlohn.

Es erreichte uns ein Aufforderungsschreiben zur Abgabe eines Angebotes nebst diverser Anlagen und Formulare. In einem zweistufigen Verfahren soll in einem Pitch eine aufwendige Markenerarbeitung/Kampagne entstehen. Und für den zweiten, arbeitsreichen Teil gibt es 2.000 Euro.
Wir schreiben:

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir nehmen an keinen Ausschreibungen teil, bei denen Auftraggeber ihre Dienstleister unter dem gesetzlichen Mindestlohn bezahlen. Deswegen bitten wir Sie, uns mitzuteilen, was für die Vergütung von 2.000 Euro für die zweite Stufe erarbeitet und präsentiert werden soll. Herzlichen Dank für eine kurze Antwort …
Die Antwort kam 2 Stunden später:

Sehr geehrter Herr X,
die STADT UND LAND als öffentlicher Auftraggeber zahlt selbstverständlich die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlöhne. Dies erwarten wir auch von unseren Auftragnehmern, daher ist die gem. BAVG notwendige Erklärung zur Einhaltung der Mindestlöhne und Tarifverträge den Ausschreibungsunterlagen beigefügt. Die in den Ausschreibungsunterlagen angeführten 2.000 € sollen als Entschädigung für die Teilnahme am Pitch in der 2. Stufe des Verfahrens dienen, keinesfalls als Honorar.

Wow. Wir bedanken uns für die gute Idee:

Sehr geehrte Frau Y,
vielen Dank für den praktischen Hinweis.
Wir werden von Ihrem Vorgehen inspiriert unseren Mitarbeitern demnächst zum Unterlaufen der Mindestlohngesetzgebung das „Gehalt“ in „Entschädigung“ umtitulierten. Sofern uns dies gelingt, nehmen wir gerne an Ihrer Ausschreibung teil und können die entsprechende Erklärung ruhigen Gewissens unterschreiben.
Mit freundlichen Grüßen
kakoii

 

 

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Berlin tanzt – Ausschreibungsnachhilfe

Post von Berlin tanzt. Die neue Ausschreibung sieht so aus, als bräuchte man nur ein paar Vergleichsangebote. Nur ein bisschen kalkulieren à la „Was kostet ein Kinospot?“. Wir bitten um nähere Infos zu Entscheidungskriterien und fragen, weshalb man denn nicht mit der Agentur weiterarbeite, mit der man (lt. Briefing) so erfolgreich war. Einen halben Tag später […]

Post von Berlin tanzt. Die neue Ausschreibung sieht so aus, als bräuchte man nur ein paar Vergleichsangebote. Nur ein bisschen kalkulieren à la „Was kostet ein Kinospot?“. Wir bitten um nähere Infos zu Entscheidungskriterien und fragen, weshalb man denn nicht mit der Agentur weiterarbeite, mit der man (lt. Briefing) so erfolgreich war.

Einen halben Tag später erreicht uns die Antwort, die Ausschreibung sei gestoppt. Einen Tag später erreicht sie uns in neuer Form. Jetzt gibt es auch Infos zu den Bewertungskriterien. Und dann doch eine Konzeptaufgabe von Berlin tanzt.

Wir tanzen ab.

Vor allem, weil wir enttäuscht darüber sind, dass man sich bei uns für das Ausschreibungscoaching nicht bedankt hat.

  • Mitmachen kann man gerne hier
  • Und hier gibt es unsere Meinung zum Thema Agenturpitch
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Bitte einmal volltanken für Senioren – gratis

Besuch von E2C, einem israelischen Startup, das ein Senioren Smartphone auf dem deutschen Markt platzieren möchte. Wir plaudern angeregt mit der deutschen Damen für Business Development. Sie möchte unbedingt dass wir Ihren Chef aus Israel kennenlernen, der in ein paar Tagen nach Deutschland kommt. Am Tag nach dem Meeting schreibt sie uns, sie möchte ein […]

Besuch von E2C, einem israelischen Startup, das ein Senioren Smartphone auf dem deutschen Markt platzieren möchte. Wir plaudern angeregt mit der deutschen Damen für Business Development. Sie möchte unbedingt dass wir Ihren Chef aus Israel kennenlernen, der in ein paar Tagen nach Deutschland kommt. Am Tag nach dem Meeting schreibt sie uns, sie möchte ein paar Dinge von uns vorbereitet haben, u.a.

  • who to target (seniors or their children, or both, or different?)
  • what’s the best approach to reach them – which would be the most effective and ROI way to reach them in your point of view (TV / print / different online tools / PR / WOM / etc), given that we are a start up with budget considerations. This suggested approach should be based on media habits and habits and practices of the target audience. 
  • Ideas for cooperation (you already covered this in our meeting; I thought it would be good to show this again to my partners).

Wir weisen freundlich darauf hin, dass die Inhalte gerne im Rahmen eines strategischen Beratungspaketes angeboten und dann entwickelt werden können, dass wir das aber nicht als Kaffeebeilage für ihren Chef.

Wir antworten:

… Regarding the „preparations“ you mentioned: please be aware are that we will definitely not provide you with any market data, strategic or creative ideas free of charge. The „would be great“-package you mentioned is worth thousands of Euro of work. We will glad to present everything after you agree to pay for it. What we can offer for the next meeting : our company presentation, our warm welcome and some drinks. That is for free. If you’re ready to pay for everything else – we’d happy to meet you soon…
Wir haben nie wieder von der Dame gehört.

 

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Die Gratis-Euphemismen

Bei so genannten Pitches fragen Firmen mehrere Agenturen an, um sich unbezahlt oder sehr schlecht bezahlte Kommunikationskonzepte entwickeln zu lassen, die dann nur bei Gefallen bezahlt werden. Die Erfahrung zeigt: Gewünscht ist immer eine umfassende Präsentation. Das durchschnittliche Abstraktionsvermögen des deutschen mittleren Managements liegt auf dem Niveau von Kinderbüchern und am Ende zählt der Weihnachtsmoment: […]

Bei so genannten Pitches fragen Firmen mehrere Agenturen an, um sich unbezahlt oder sehr schlecht bezahlte Kommunikationskonzepte entwickeln zu lassen, die dann nur bei Gefallen bezahlt werden.

Die Erfahrung zeigt: Gewünscht ist immer eine umfassende Präsentation. Das durchschnittliche Abstraktionsvermögen des deutschen mittleren Managements liegt auf dem Niveau von Kinderbüchern und am Ende zählt der Weihnachtsmoment: Je mehr und je bunter man die Geschenke auf den Gabentisch packt, desto größer wird die Begeisterung. Und das ist dann auch die Benchmark für die verlangte Agenturarbeit.

Diejenigen Auftraggeber in Spe, die nicht ohnehin ihre Produkte von unbezahlten Kindern in Fernost montieren lassen, haben berechtigterweise ein schlechtes Gewissen dabei nach Gratisleistungen zu fragen. Deswegen hat sich eine ganz eigene Sprache von Euphemismen gebildet, mit denen man die Agenturen bittet unter Mindestlohnniveau zu arbeiten.

Unsere Top 5 ist:

  1. Es muss ja nur eine einzige Idee sein, gerne auch auf einem Bierdeckel (Haben wir gemacht und eine Absage bekommen, wir hätten nicht ernsthaft gearbeitet).
  2. Es reichen grobe Ideenskizzen (Nein. Reichen nicht. Niemals).
  3. Sie entscheiden selbst, was sie präsentieren. Wir verlassen uns da ganz auf sie. (Selbst Schuld wenn man nicht alles gibt. Andere tun es.)
  4. Sie könnten erste Ansätze zum Corporate Design, dem Broschürensystem und der Werbelinie mitbringen, wenn es keine Arbeit macht (Doch macht es. Ca. 15 Arbeitstage. Möchten Sie das bezahlen?)
  5. Wir möchten kennenlernen wie Sie arbeiten: Bitte machen Sie uns eine Marktanalyse zu unseren Produkten und ein Konzept wie wir im Markt XY erfolgreich eintreten können. (Wir möchten Sie auch kennenlernen. Bitte geben Sie uns ganz viel Geld einfach so.)
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