Wir fragen uns, wie das deutsche Verkehrsministerium – das gerade Bilder von Unfallopfern plakatiert – auf einen Vorschlag reagiert hätte, der das Thema “Sicherheitsgurt” in einem Wohnzimmer und mit einem leicht übertrieben glücklich wirkenden Familienambiente präsentiert.
Aber die zahlreichen Auszeichnungen der englischen Embrace-Life-Kampagne und über 13 Mio. Zuschauer auf Youtube zeigen, wie man ganz abseits von Abschreckungsreflexen Präventionsthemen hochemotional und wirksam kommunizieren kann.
Gratulation zu einem kleinen Werk didaktischer Poesie.
Neue mach’s mit-Staffel der Aidspräventionskampagne GIB AIDS KEINE CHANCE
Start für die neue mach’s mit-Staffel der Aidspräventionskampagne GIB AIDS KEINE CHANCE, die kakoii für die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) entwickelte. Passend zur beginnenden Sommersaison sind Motive wie abendliche Romantik im Strandkorb, Gartenparty oder kurze Abenteuer im Auto zu sehen. Sie alle haben eines gemeinsam: Es handelt sich um Liebesorte.
Die neuen Motive sind in diesem Jahr auf 65.000 Großflächenplakaten und in zielgruppenspezifischen Anzeigen in Publikumszeitschriften zu sehen. Das Portal www.machsmit.de bietet zudem zahlreiche Informationen und interaktive Tools rund um das Thema HIV/Aids. Bei der fotografischen Umsetzung der neuen Motive arbeitete kakoii mit Johann Sebastian Hänel zusammen.
Die Kampagne spricht verschiedene Zielgruppen an: Jugendliche und nicht-monogam lebende Erwachsene, Freier, aber auch Männer, die Sex mit Männern haben und andere Gruppen. Vermittelt werden Informationen zu HIV/Aids und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Im Mittelpunkt der Kampagne steht der Schutz durch Kondome, die nach wie vor der sicherste Weg sind, sich vor einer HIV-Ansteckung beim Sex zu schützen.
Hintergrund Die mach’s mit-Kampagne von GIB AIDS KEINE CHANCE der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist das bekannteste Element der nationalen Strategie gegen die Ausbreitung des Virus und wird von kakoii seit 2008 betreut. Logo und Motive der Kampagne sind über 90 Prozent der deutschen Bevölkerung bekannt. mach’s mit ist die einzige Aids-Präventionskampagne ihrer Art die mit hohem wissenschaftlichen Aufwand sowohl in Bezug auf epidemiologische Aspekte als auch in Bezug auf Werbewirkung evaluiert und optimiert wird.
Wen wollen auf Schockeffekte setzende Anti-Aids-Kampagnen eigentlich erreichen? Nicht diejenigen, die sie erreichen sollten, meint Stefan Mannes, Geschäftsführer von kakoii in Berlin.
Anti-Aids-Kampagnen sind klassische Spielwiesen für Agenturen: Die Kombination aus Sex und Bedrohung ist dafür prädestiniert, sich kreativ auszutoben. So entstehen die Opfer diffamierenden Schockmotive, in denen Mütter Kinderwagen in Sargform herumfahren (Jung von Matt für die Michael Stich Stiftung), oder seltsame Penis-Diktatoren wie in der .start-Kampagne für die Münchner Aids-Hilfe e.V.; Adressat ist in solchen Fällen die Jury von Kreativpreisen – schließlich versenden die Agenturen die Pressemitteilungen, nicht die Präventionsinstitutionen.
Es stimmt, dass, wie in der Kampagne der Münchner Aids-Hilfe anvisiert, schwule Männer mit hohem Risikoverhalten derzeit zu den Hauptzielgruppen der Aidsprävention gehören. Dass die Plakate diese Zielgruppe – mit dem Hinweis auf angebliche Triebgesteuertheit – nicht auf adäquate Schutzstrategien, sondern auf ein Testangebot hinweisen sollen, erschließt sich jedoch nicht. Man gewinnt den Eindruck, dass das Thema Aidstest aus dem Briefing ins Kleingedruckte gerutscht ist, weil die Diktatoren-Idee so sehr gefiel.
Wirksame Prävention sieht zumeist langweiliger aus – dafür wirkt sie nachweislich, wenn sie wissenschaftlich begleitet und bei Zielgruppen getestet wird. Sie arbeitet entweder mit Role Models oder mit der Darstellung von Entscheidungssituationen. Eine der unscheinbarsten Aids-Präventions-Kampagnen ist übrigens zugleich die erfolgreichste. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung propagiert mit ihrer „mach’s mit“-Kampagne seit Jahren Kondomnutzung als sichersten Selbstschutz – mit Kondomen über Obst und Gemüse. Unter Werbern wird sie meist belächelt, weil ohne Provokation und all die raffinierten Kniffe, die ADC-Juroren beeindrucken. Aber über 90 Prozent der Deutschen kennen die Motive, 2008 erreichten die Kondomverkaufszahlen ein Rekordniveau. Im selben Jahr stiegen auch erstmals die Infektionszahlen nicht mehr.
mach’s mit ist eine der bekanntesten Marken Deutschlands. Das Logo hat eine Bekanntheit von mehr als 90%. Für die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) entwickelte kakoii die aktuelle Staffel “Liebesorte”; die am 27.3.2009 von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt eröffnet wurde.
Insgesamt 16 Motive kommen auf 65.000 Citylights und 18/1 Plakaten zum Einsatz sowie auf 1,5 Millionen Postkarten, auf Ambient-Medien und im Internet.
Insgesamt 16 Motive kommen auf 65.000 Citylights und 18/1 Plakaten zum Einsatz sowie auf 1,5 Millionen Postkarten, auf Ambient-Medien und im Internet.
Zielgruppenspezifische Anzeigenflights in Publikationen wie: Stern, Playboy, Cosmopolitan, Prinz, u.v.m.
Moderator Steffen Hallaschka und Lilo Wanders stellen den Informationsstand zur Kamapgne vor
Die Begleitausstellung zur Kampagne startete in Nachbarschaft zur Annie Leibovitz Ausstellung in der Galerie c/o Berlin