Über diese Rubrik

Kategorie: Kuriosa — 30. September 2009 Kommentare deaktiviert

Verbrauchermagazine machen es vor. Stiftung Warentest, die Computerzeitschrift ct und viele andere machen sich zum Anwalt von Verbrauchern und berichten über deren Leidensgeschichten in Sachen Produkte und Services. Und es hilft. So manch ein Konzern oder große Marke reagiert erst auf berechtigte Kritik, wenn er seinen Namen in einem Artikel wieder findet.

Wir tun hier das gleiche: mit redaktionellem Anspruch, als Glosse und – wie wir meinen – mit Recht.

Wir wünschen allen beteiligten viel Vergnügen.

Titelseite für kakoii: Packreport über Packingprojekt “Das Korn”

Kategorie: Agentur, Die Presse über uns, Verpackungsdesign — 29. September 2009

packreport das kornDass Verpackung mehr bewirken soll, als frische Eier vor dem Zerbrechen zu bewahren, ist nicht gerade die allerneueste Erkenntnis. Von Bauhaus über Pop-Art hin zu zeitgenössischem Kunstmerchandising – Kunst und Design pflegen seit jeher ein enges Verhältnis.

Das (Kunst-)Produkt „Das Korn“ des Künstlers Theo Lighthart, dessen Verpackungsdesign in Zusammenarbeit mit kakoii erarbeitet wurde, erregt dennoch immer wieder Aufsehen. So beispielsweise auf der Titelseite des aktuellen „Pack Reports – Dem Fachmagazin für industrielles Verpacken“. Mit einem Markenauftritt, der die Grenze zwischen Kunst und Produkt überschreitet, hat das ungewöhnliche Projekt, auch eine ungewöhnliche Marktpositionierung erreicht. Zwischen Bohème und High-Class-Art spricht das Objekt, das der Künstler selbst als „Soziale Plastik“ bezeichnet, ein Publikum an, für welches sich die Grenze zwischen Kunst und Konsumkultur in einer populärkulturellen Mischform aufgelöst hat. Ob man sich nun „Das Korn“ anbetungswürdig in die Vitrine stellt oder der Kurzlebigkeit des Genusses opfert, bleibt jedem selbst überlassen.

Kunden, die man nicht haben möchte. Heute: die Berliner Frauenbeauftragte

Kategorie: Agentur, Kuriosa — 29. September 2009

Öffentliche Ausschreibungen haben in Berlin einen zweifelhaften Ruf. Die Vorwürfe reichen von vorsätzlichen Absprachen bis zur fahrlässigen Inkompetenz. Der derzeit bekannteste Fall im Gespräch ist die Auftragsvergabe des Berliner Stadtschlosses.

Wir hatten nun Gelegenheit uns über die Berliner Frauenbeauftragte zu ärgern, die Bewerber bei Ausschreibungsverfahren diskriminiert (sic!).

Anfang Juli erreichte uns die Bitte an einer beschränkten Ausschreibung teilzunehmen für eine Kampagne, die Gewalt gegen Frauen thematisiert. Gefragt war in diesem Fall eine Kostenkalkulation für einen Kinospot und weitere Werbemittel. Da laut Ausschreibungstext keine Ideen einzureichen waren, kontaktierten wir die Verantwortliche, eine freundliche Frau I., (Leiterin des Referats für Frauen in besonderen Konflikt- und Lebenslagen, Abteilung Frauen und Gleichstellung, Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen).

Wir schilderten Ihr die Problematik einen Spot zu kalkulieren, der noch garnicht erfunden war. Da Frau I. leider auf ihre Vorschriften verwies, die gültig seien unabhängig von der Tatsache, ob es der Sache helfe oder nicht, entschieden wir uns drei exemplarische Ideen einzureichen um daran Produktionskosten zu erklären.

Zwei Monate später erreichte uns eine Absage. Auf unsere freundliche Nachfrage nach den Entscheidungskriterien schrieb uns Frau I. “Ausschlaggebend für unsere Entscheidung war vor allem die Frage der künstlerischen Gestaltung des Kinospots, bei dem uns ein anderes Angebot mehr überzeugt hat. ”

Wir dachten uns: “Moment mal. Das Einreichen von Ideen war in der Ausschreibung nicht gefordert und kann somit doch kein Entscheidungskriterium sein.” Es ist zwar nachzuvollziehen, dass man ein eingereichtes Treatment spannend findet, aber ein klarer Bruch der Ausschreibungsrichtlinien und eine klare Diskriminierung von Bietern, die keine “künstlerische Gestaltungen” eingereicht haben.

Wir baten höflich Frau I. dies aufzuklären. Doch diese verwies kurz angebunden nur auf den Ausschreibungstext.

Den gaben wir daraufhin unsere Anwältin, mit der Bitte einer klärenden Durchsicht. Ihre Einschätzung: Das Ausschreibungsdokument ist in weiten Teilen eine offensichtlich ohne den notwendigen Sachverstand erstellte „Ausschreibungs-Blase“, die keinen vergleichbaren Inhalt zur Voraussetzung machte. D.h. bereits die Formulierung der Ausschreibung verstieß grob gegen die zwingend einschlägigen Vergabevorschriften (§ 27 VOL /A).

Alles in allem wurde es ein dreiseitiger Brief, der an Frau I. versendet wurde mit zahlreichen Hinweisen auf die verschiedenen Fehler bei der Ausschreibung.

Doch die Leiterin des Referats für Frauen in besonderen Konflikt- und Lebenslagen fühlte sich in dieser Lage offensichtlich gar nicht wohl und hatte keinerlei Lust einen Konflikt auch noch zu verlieren. Sie zog die Notbremse. Bei unserer Anwältin meldete sie sich kurz und prägnant per E-Mail:

“Sehr geehrter Herr Mannes,

ich möchte abschließend zu Ihrer Frage Stellung nehmen.
In der Ausschreibung vom 2.07.2009 wurde deutlich darauf hingewiesen, dass Sie mit der Abgabe des Angebots den Bestimmungen über nicht berücksichtigte Bewerber gem. § 27 VOL /A unterliegen. Zu einer Angabe von zusätzlichen Gründen bei der Ablehnung Ihres Angebots sind wir daher rechtlich nicht verpflichtet.
Mit freundlichem Gruß
Gabi I.”

Wie schrieb ein Berliner Kabarettist unlängst so schön:

Sehn’ Se, Det Is Berlin!

Neues vom Weltaidstag 2009

Kategorie: Agentur, Neue Kunden / Projekte — 23. September 2009

Mit schnellen Schritten geht es in Richtung Weltaidstag 2009. In neuem Look und mit vielen neuen Gesichtern präsentiert sich bereits jetzt die neue Website. Über den Sommer fanden die Fotoshootings mit unseren prominenten Botschaftern statt: Christiane Paul, Anni Friesinger, Philipp Lahm und Samy Deluxe, die auch dieses Jahr wieder mit an Bord sind. In kürze auch on-air und im Kino der WAT Spot 2009. News auf der WAT-Website und bei uns. Stay tuned.

Tokyo: A visual presentation

Kategorie: Agentur, Design (Corporate / Packaging), Themen — 22. September 2009

Allen, die noch nicht mit der vielleicht spannendsten Stadt der Welt vertraut sind, empfehlen wir den Kurzfilm von Joan Jimenez.

kakoii im Politikmagazin FAKT ist …! des MDR zum Thema Wahlkampf mit Prominenten

Kategorie: Agentur, Die Presse über uns, Veranstaltungen — 17. September 2009

“FAKT ist …!” – der politische Talk im MDR beschäftigt sich am 21.9.09 kurz vor der Bundestagswahl mit der Frage wie sinnvoll der Einsatz von prominenten Testimonials im Wahlkampf ist.

Als Experte im Gespräch mit Moderatorin Ines Klein: kakoii Geschäftsführer Stefan Mannes, der als Politikwissenschaftler und Kommunikationsstratege die Rolle von prominenten Wahlunterstützern kritisch analysiert.

Kunden, die man nicht haben möchte. Heute: Blacknoise Noiseblocker

Kategorie: Kuriosa — 12. September 2009 Kommentare deaktiviert

Das Thema der gemeinsamen Designfindung mit dem Kunden ist so alt wie der Beruf des Gestalters selbst. Kunden möchten optimale Ergebnisse und Gestalter müssen sich absichern, um nicht der Geschmackswillkür ihrer Auftraggeber ausgeliefert zu sein. Meist hilft eine sachliche und höfliche Diskussion, um Projekte gemeinsam zum Erfolg zu führen. Manchmal nicht.

Ein Beispiel für letzteres zeigt unser aktuelles Projekt für die Hildener Firma Blacknoise, welche uns mit einem Packaging-Relaunch für einen ihrer Blacknoise-Lüfter beauftragte. Ein spannendes Projekt, denn man hatte uns explizit darauf hingewiesen, dass wir vollkommen frei von dem bisherigen CD agieren könnten. Farben, Formen, Schrift – selbst das Logo könnten wir gerne nochmals überdenken. So freuten wir uns sehr, anstatt der vertraglich vereinbarten 2 Entwürfe schließlich insgesamt 5 Verpackungslinien und rd. 10 Variationen zu präsentieren.

Doch nun brach eine fast Shakespearianische Tragödie über uns herein. Die Blacknoise Geschäftsführung beantwortete unsere 61-seitige Präsentation mit einer 8-zeiligen Mail: Man sei ” in jeder Hinsicht enttäuscht”. Für sie sei es “keine Profiarbeit”. Die Entwürfe seien “zu bunt, zu simpel und sehen einfach billig aus”. Da wunderten wir uns sehr. Insbesondere, wenn man die bisherigen Noiseblocker Designs vor Augen hat.

Nun müssen dem Kunden nicht automatisch alle Entwürfe gefallen und wir hätten uns sehr gefreut doch mehr Details zu erfahren, da es normalerweise zu Packagingentwürfen viel zu sagen gibt: Verpackungsform, Verwendung von Sichtfenstern, Farbwelten, Formen, Materialien, Veredelungen, Typographie und vieles mehr.

Doch leider wissen wir bis heute nichts. Nicht einmal, welche der Verpackungslinien nun bunt, welche, simple und welche davon nun als billig zu betrachten ist. Um sich vorsorglich abzusichern, schrieb man uns, dass “Dritte” bestätigt hätten, dass es ganz sicher keine “Profiarbeit” sei. Achja und natürlich wolle man ganz schnell von dem Auftrag zurücktreten, ganz sicher nicht bezahlen und noch viel sicherer nicht, was bisher geleistet wurde.

Das war auch in unserer Agenturgeschichte neu. Pitches, Wettbewerbspräsentationen haben ihre eigene Problematik. Aber ein normaler Designauftrag, der vom Kunden nach Präsentation der Entwürfe auf Basis von Geschmacksgründen und unter Berufung auf eine geheimisvolle Jury von “Dritten” aufgrund vorgeblich mangelnder Schöpfungshöhe angefochten wird?

Unser Fehler lag möglicherweise darin, uns gutgläubig auch des Noiseblocker Logos anzunehmen. Das war zwar nicht Teil des Auftrages, aber man hatte uns gesagt, man würde sich über (unberechnete) Anregungen sehr freuen. Uns war nämlich aufgefallen, dass das Noiseblocker Logo so gar nicht aussieht, als würde es Geräusche blocken, sondern eher aussenden. Eine Marke, die sich dem Schallschutz verschrieben hat, als Geräuschverursacher in der Lesart gängiger Ikonographie?

Schweine, Nord Korea und Piraten: Die neue Volksbühnen-Website ist online

Kategorie: Agentur, Neue Kunden / Projekte — 10. September 2009

Nach mehr als 5-monatigem Ringen um die richtige gestalterische Dramaturgie ging am gestrigen Tage die neue Website der Berliner Volksbühne online.

Die neue Website glänzt mit einem nicht nur zeit- sondern vor allem volksbühnengemäßen Design, das seinem Publikum einen künstlerisch-politischen Dialog anbietet.

Volksbuehne_website

Besonderen Dank an Tino Urbiks für Feinkonzept und Frontend sowie an 3pc für die Programmierung.

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