Ausstellung – “Das Korn”: eine soziale Plastik

19. Februar 2009

Das Korn. Eine soziale Plastik von Theo LigthardtAm 20. Februar 2009 präsentieren kakoii Berlin und Theo Ligthhart die soziale Plastik “Das Korn”.Die Verfeinerung des Geschmacks bestimmt heute unsere gesamte Genussmittelindustrie. Doch bereits im 18. Jahrhundert galt die Sensibilisierung unserer Sinne als beste Vorraussetzung für eine künstlerische Laufbahn, gepaart mit dionysischem Rausch durch Spirituosen wurde sie zum Motor kreativer Prozesse. Der in Berlin lebende Künstler Theo Ligthart beleuchtet mit seiner Arbeit ‘das Korn – Eine soziale Plastik’ sowie seiner eigens entwickelten Marke ‘das Korn – Echter deutscher Doppelkorn’ die Prozesse des Kunstmarktes.

Theo Ligthart hat gemeinsam mit kakoii Berlin und der Traditionsbrennerei Sellendorf in Brandenburg einen Doppelkorn entwickelt, der sich besonders durch seinen milden und reinen Geschmack auszeichnet. Reinheit – ein Begehren unserer Zeit? Gefüllt in Flaschen, die ästhetisch an eine Mischung aus Flachmann und Parfumflakon erinnern, schafft ‘das Korn’ eine Verbindung zwischen Kunst und Objekt.

Mit der Arbeit ‘das Korn’ und seiner Präsentation als Kunstedition setzt sich Ligthart kritische mit den Marktgesetzen des Kunstmarktes auseinander. In umgekehrter Weise zu Herstellern, die durch das Sponsoring von Ausstellungen und Kunst-Events ihre Marke im Premium-Segment positionieren wollen, wird hier das Kunstwerk zu einem kommerziellen Markenprodukt, über das der Käufer entscheidet, ob es Teil seiner Kunstsammlung wird oder es als Delikatesse verzehrt.

Dienstleiser, die man nicht haben möchte. Heute: Firma Horizont Berlin

7. Februar 2009

bild-2Besuch von der Firma Horizont Berlin. Anlass war ein Defekt der Agenturspülmaschine. Horizont hatte sich in den Gelben Seiten als kompetent und schnell präsentiert. Schnell war man dann auch – und zwar mit der Diagnose. Zwei Monteure  stellten binnen 5 Minuten einen Defekt der Pumpe fest und verkündeten, man müsse die Maschine mitnehmen. Als einer unserer Mitarbeiter dies verneinte, weil man gerne noch eine zweite Meinung hören wollte, stellten die Monteure plötzlich fest, dass dies nun nicht mehr unter die 18,- Euro Kostenvoranschlags-Pauschale fiele, sondern bereits ein Reparaturversuch gewesen sei.

Besuch von der Firma Horizont

Werbetext der Firma Horizont. Man beachte, dass die Autoren sowohl "ehrlich" als auch "sensibel" für nennenswert erachten.

Interessant wurde es dann bei unserem Versuch, eine Quittung zu bekommen. Erst nach mehrmaligem Nachfragen war man bereit, uns ein solches Dokument auszuhändigen. Höflich fragten wir darauf nach den Namen der beiden Monteure, um dies für eine spätere Beschwerde festzuhalten. Einer der beiden gab uns missmutig Auskunft, nahm aber gleich den zweiten beiseite und meinte “der hat damit nix zu tun. Der Name tut nichts zur Sache.” Danach versuchte man uns zu überreden, die bereits ausgestellte Quittung wieder auszuhändigen. Dort hatte man vorsorglich auch notiert, dass man uns die Spülmaschine in repariertem Zustand wieder übergeben hätte.

Nachspiel 1: Ein daraufhin gerufener Miele-Servicetechniker stellte binnen 5 Minuten fest, dass die Horizont-Diagnose falsch war. Die Maschine war keineswegs defekt, sondern es handelte sich um ein Problem mit dem Wasserdruck des Hauses.

Nachspiel 2: Ein höfliches Schreiben an die Geschäftsführung von Horizont mit dem Hinweis auf die falsche Diagnose der “Fachleute”, das nicht-Einhalten der KVA-Pauschale und das höchst seltsame Gebaren bei der Frage nach Rechnung und Personalien wurde damit beantwortet, dass sehr wohl alles mit rechten Dingen zugegangen sei und es einen seriösen Reparaturversuch gegeben habe, den wir verhindert hätten.

Nachspiel 3: Die Berliner Handwerkskammer, die wir auf die Firma Horizont hingewiesen haben, gab uns die freundliche Rückmeldung, sie wäre eine Organisation mit Zwangsmitgliedschaft und nicht für die Seriösität ihrer Mitglieder verantwortlich.

Prunk & Protz

5. Februar 2009

page, Februar 09

Volksbuehne KeanImage-Kampagne. Aus dem Osten kommt das Licht- und der Luxus, so lautet die neue Devise der Volksbühne Berlin. Die in Kooperation mit der Agentur kakoii entwickelte radikale Umkehrung des bisherigen Ost-Looks – oder ist eines Fortführung mit anderen Mitteln? – wird ab Februar mit den Worten “Ex Oriente Lux” auf Plakaten thematisiert. Auf der Bildebene hat der neue Volks-Glamour schon Einzug gehalten: Auf dem Plakat “Kean” etwa – Alexandre Dumas’ Stück über den berühmten englischen Hamlet-Darsteller Edmund Kean, der Anfang des 19. Jahrhunderts Erfolge feierte – prangt ein goldglänzender Totenkopf. Dies bildet nur den Auftakt zu noch radikaleren Kommunikationsmaßnahmen: Wenn die Volksbühne nach Renovierungsarbeiten im Oktober wieder in ihr Haus am Rosa-Luxemburg-Platz zurückkehrt, werden die Besucher den provokativen Bruch mit der sozialistischen Vergangenheit noch auf ganz andere Weise erleben können. jn

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