Ausstellung – “Das Korn”: eine soziale Plastik
Am 20. Februar 2009 präsentieren kakoii Berlin und Theo Ligthhart die soziale Plastik “Das Korn”.Die Verfeinerung des Geschmacks bestimmt heute unsere gesamte Genussmittelindustrie. Doch bereits im 18. Jahrhundert galt die Sensibilisierung unserer Sinne als beste Vorraussetzung für eine künstlerische Laufbahn, gepaart mit dionysischem Rausch durch Spirituosen wurde sie zum Motor kreativer Prozesse. Der in Berlin lebende Künstler Theo Ligthart beleuchtet mit seiner Arbeit ‘das Korn – Eine soziale Plastik’ sowie seiner eigens entwickelten Marke ‘das Korn – Echter deutscher Doppelkorn’ die Prozesse des Kunstmarktes.
Theo Ligthart hat gemeinsam mit kakoii Berlin und der Traditionsbrennerei Sellendorf in Brandenburg einen Doppelkorn entwickelt, der sich besonders durch seinen milden und reinen Geschmack auszeichnet. Reinheit – ein Begehren unserer Zeit? Gefüllt in Flaschen, die ästhetisch an eine Mischung aus Flachmann und Parfumflakon erinnern, schafft ‘das Korn’ eine Verbindung zwischen Kunst und Objekt.
Mit der Arbeit ‘das Korn’ und seiner Präsentation als Kunstedition setzt sich Ligthart kritische mit den Marktgesetzen des Kunstmarktes auseinander. In umgekehrter Weise zu Herstellern, die durch das Sponsoring von Ausstellungen und Kunst-Events ihre Marke im Premium-Segment positionieren wollen, wird hier das Kunstwerk zu einem kommerziellen Markenprodukt, über das der Käufer entscheidet, ob es Teil seiner Kunstsammlung wird oder es als Delikatesse verzehrt.

Besuch von der Firma Horizont Berlin. Anlass war ein Defekt der Agenturspülmaschine. Horizont hatte sich in den Gelben Seiten als kompetent und schnell präsentiert. Schnell war man dann auch – und zwar mit der Diagnose. Zwei Monteure stellten binnen 5 Minuten einen Defekt der Pumpe fest und verkündeten, man müsse die Maschine mitnehmen. Als einer unserer Mitarbeiter dies verneinte, weil man gerne noch eine zweite Meinung hören wollte, stellten die Monteure plötzlich fest, dass dies nun nicht mehr unter die 18,- Euro Kostenvoranschlags-Pauschale fiele, sondern bereits ein Reparaturversuch gewesen sei.
Image-Kampagne. Aus dem Osten kommt das Licht- und der Luxus, so lautet die neue Devise der Volksbühne Berlin. Die in Kooperation mit der Agentur kakoii entwickelte radikale Umkehrung des bisherigen Ost-Looks – oder ist eines Fortführung mit anderen Mitteln? – wird ab Februar mit den Worten “Ex Oriente Lux” auf Plakaten thematisiert. Auf der Bildebene hat der neue Volks-Glamour schon Einzug gehalten: Auf dem Plakat “Kean” etwa – Alexandre Dumas’ Stück über den berühmten englischen Hamlet-Darsteller Edmund Kean, der Anfang des 19. Jahrhunderts Erfolge feierte – prangt ein goldglänzender Totenkopf. Dies bildet nur den Auftakt zu noch radikaleren Kommunikationsmaßnahmen: Wenn die Volksbühne nach Renovierungsarbeiten im Oktober wieder in ihr Haus am Rosa-Luxemburg-Platz zurückkehrt, werden die Besucher den provokativen Bruch mit der sozialistischen Vergangenheit noch auf ganz andere Weise erleben können. jn