E-Paper nähert sich langsam aber sicher eine alltagstauglichen Marktreife. Der britische Hersteller Plastic Logic zeigt auf seiner Website Videos und Bilder seines digitalen Papiers, das einen sehr gespannt auf die Markteinführung macht. [via i4u]
Top 3 der beliebtesten Werbeclips bei YouTube
Hier ein kurzer Überblick über die beliebtesten Clips, die YouTube mit dem Tag “commercial” führt. Die tatsächlichen Zahlen dürften noch etwas höher liegen, berücksichtigt man, dass es auf der Plattform zahlreiche Duplikate geben dürfte.
- Die drei “Unpimp Your Ride” spots für den Volkswagen Golf GTI führen mit einer Rekordzahl von 3.370.692 Views in einem Monat. Der populärste ist dabei Unpimp Your Ride I mit derzeit 1.357.705 Views.
- Der Sony Bravia Spot liegt auf Platz zwei mit 1.950.387 Views in vier Monaten.
- Der Trailer für Scary Movie 4 wurde 1.023.151 mal angesehen innerhalb von zwei Wochen, seitdem die PR-Agentur des Verleihs ihn dort platziert hatte.
Besonders interessant ist die Nummer zwei. Der Sony-Spot kommt im Gegensatz zu 99% aller Virals ohne Punchline aus und ist eigentlich “nur” ein sehr gut gemachter klassischer TV-Spot.
Neue Werbeformate bei YouTube
Seit kurzem ist bekannt, wie YouTube Geld verdienen will: Mit VideoAds, die die Besucher ebenso wie die redaktionellen Clips raten und weiterverbreiten können. Eines der ersten Startprojekte ist nach einem Bericht der New York Times die Promotion der neuen CD von Paris Hilton.
Weitere Adpromotions laufen für das Spiel Bully des Herstellers Rockstar. Auf der entsprechenden Clipseite in Kombination mit einem Werbebanner.
Nach Schätzungen macht Youtube derzeit einen Verlust von $ 500.000 pro Monat.
Immer mehr Marken in Second Life
Der Run von immer mehr Marken auf das Online-Spiel Second Life hält an.
- Amazon mit seinem in-world Amazon store.
- Adidas-Reebok plant nach Gerüchten den Einstieg
- Ebenso wie Toyota Scion (siehe hier)
- Starwood Hotels (inkl. Blog)
Trends and Substitutionsverhalten bei Medienplattformen
Unter diesem Titel hat David Jennings gerade einen interessanten Artikel veröffentlicht, der aktuelle Mediennutzungsverhalten fundiert auf den Punkt bringt.
Erste Ergebnisse zur viralen Erotik-Kampagne von Modelabel Shai
Die sehr gut gemachten Erotic-Clips der französischen Modemarke Shai haben offensichtlich einen großen Publikumserfolg bei den Zuschauern, verfehlen jedoch das Ziel tatsächlich Mode zu verkaufen. Der San Francisco Cronicle schreibt in einem aktuellen Artikel “Many people have decided to take a look. More than 2 million visitors from 117 countries have come to the site in the last four months. But the company has yet to sell many shirts, pants, skirts or blazers.” Das Shai Management weist zu seiner Verteidigung darauf hin, dass es in diesem ersten Schritt primär um Markenbekanntheit und nicht um Abverkäufe ging. Auch wenn das Thema Erotik auf den ersten Blick ideal zur Generierung von Aufmerksamkeit erscheint, zeigen aktuelle Studien (Erotic and Violent Images Cloud auf LiveScience) hier auch gravierende Nachteile.
Heinz Ketchup mit Customized Labels
Der amerikanische Ketchup-Hersteller Heinz erfreut seine Kunden neuerdings mit customized Products. Auf seinem Portal Myheinz.com können Kunden die Produkte mit individuell getexteten Labels bestellen und bekommen so ihr individuelles Massenprodukt für Hochzeit, Party oder als Geschenk. Eine Customizing der Sossen selbst ist derzeit nicht vorgesehen, da angeblich ohnehin bereits 57 verschiedene Heinz Geschmacksrichtungen existieren.
Sponsort ADIDAS Fidel Castro?
Als Premium Sport und Trendmarke ist Adidas mit zahlreichen Sponsoringprojekten auf dem Markt vertreten. Zuletzt Während der Fussballweltmeisterschaft wurde hier eine hohe Aufmerksamkeit erreicht.
Nun zeigen Pressefotos der kubanischen Regierung Fidel Castro auf gerade zu ostentative Weise in Adidas Outfit. Das Logo wurde dabei in der Bildkomposition klar im Vordergrund positioniert, anstatt es wie in anderen Fällen zu retuschieren.
Im Gegensatz zu der längst zur Pop-Art-Ikone gewordenen Person des ehemaligen kubanischen Industrieministers Ernosto “Che” Guevara wurde Castro bislang noch nicht für Markenbotschaften instrumentalisiert.
Möglicherweise will Adidas angesichts des kritischen Gesundheitszustandes des Maximo Leader sich dessen Markenguthaben rechtzeitig sichern.
Eine entsprechende Anfrage wurde bereits vom Autor der Adidas PR-Abteilung zugestellt und bei Beantwortung hier veröffentlicht.
Impossible is nothing, but style is everything.
Safe Design
Wie viel Sicherheit verträgt Design? Die vielen Schubladen, die wir zu unserer Sicherheit für unsere Meinungen im Leben und im Design haben, bedeuten sie nicht das Ende für jede Fortentwicklung? Wenn wir fremde Länder bereisen, fühlen wir uns berechtigt, uns für Dinge zu begeistern, die wir in unserem Land abwerten würden. Wenn Rot plötzlich Grün bedeutet und ja eigentlich nein, wenn das Wasser sich beim Ablaufen im Abfluss in die entgegengesetzte Richtung dreht, sind dann auch sämtliche Werte des Designs konträr? Und dennoch richtig? Plötzlich wird einem klar, dass an verschiedenen Orten unterschiedliche Wahrheiten existieren.
Mir selbst hat das Leben in anderen Kulturen geholfen, mich von den so selbstverständlichen Designdogmen unseres Kulturkreises zu lösen. Warum? Wenn man die Landessprache nicht beherrscht und sich nicht “korrekt” in der fremden Kultur verhalten kann, ist man plötzlich auf seinen Instinkt angewiesen. Das Reisen erlaubt uns, ohne ständige Reglementierung zu erfühlen, was wir selbst empfinden. Wir entwickeln unsere Instinkte wieder. Fernab von jeder Sicherheit, ohne beobachtet und beurteilt zu werden. Genau diesen Instinkt benötigen wir, um uns bei jeder Designaufgabe, neu zu orientieren. Zielgenau und doch offen für Kritik, mit der Energie, es immer noch besser zu machen, die jeweilige “Wahrheit” zu erfassen, anstatt seinen sicheren Stil zu etablieren. Offenheit statt Sicherheit. Aber viel wichtiger, als “richtig” zu gestalten, ist es, passioniert zu gestalten. Passion kann aber nicht beim strikten Befolgen aller “von wem auch immer aufgestellten” Regeln entstehen. Fuck the Dogma.
Thekla Heineke, Geschäftsführerin Kreation bei kakoii in der PAGE 08/06.
