Brand Eins über Kakoii

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Feste Jobs für die Generation Praktikum

Berlin ist einer der wichtigsten deutschen Standorte für Agenturen. Entsprechend groß ist der Nachwuchsbedarf

Von Henning Zander, Tagesspiegel – 24.2.2007

(…) Während bei Flaskamp alle Aufträge mit eigenem Personal erledigt werden können, lebt die Werbeagentur kakoii davon, über ein Netzwerk je nach Auftrag freie Designer, Programmierer oder Texter zu bestellen. ?Wir können wie die großen Agenturen den kompletten Service anbieten, ohne dieselben Fixkosten zu haben, sagt Creative Director Thekla Heineke. Fest angestellt sind bei Kakoii lediglich sieben Mitarbeiter. Auch Heineke bestätigt, dass sich die Lage für die Agenturen merklich verbessert hat.

Die Auftraggeber sind wieder bereit, Geld zu investieren und auch mal etwas zu wagen. Die Werbebranche machte in den vergangenen Jahren eine wilde Berg- und Talfahrt mit. Zu Zeiten des Internet-Booms konnten kaum fähige Mitarbeiter gefunden werden. Da bekamen umgeschulte Juristen nach einem kurzen Photoshop-Kurs schon Festanstellungen, spitzt Heineke zu. Die Werbeabteilungen der Konzerne waren dazu bereit, für gute Kampagnen fast jeden Preis zu bezahlen. Nach dem Crash brachen die Umsätze ein und ein mörderischer Konkurrenzkampf begann.

Die großen Agenturen haben teilweise umsonst gearbeitet, nur um das Logo einer großen Firma auf ihrer Homepage veröffentlichen zu können, kritisiert Heineke. Noch vor kurzem hatte eine große Automarke bei Kakoii um ein kostenloses Konzept gebeten. Gelockt wurde die Agentur mit Folgeaufträgen. So etwas kommt für uns überhaupt nicht in Frage, sagt Heineke. Der Erfolg muss sich anders einstellen. Wichtig ist die Leidenschaft für den Job. Dann kann auch mit einem kleinen Budget große Aufmerksamkeit erzielt und eine Debatte angeregt werden. Wie etwa mit dem großflächigen Plakat für das Holocaust-Mahnmal. Vor einer idyllischen Berg- und Seenlandschaft stand in großen Lettern der Spruch Den Holocaust hat es nie gegeben. Klein darunter: Es gibt immer noch viele die das behaupten. In 20 Jahren könnten es noch mehr sein. Daneben ein Spendenaufruf für das Holocaust-Mahnmal. Muss Werbung provozieren, um noch Aufmerksamkeit zu gewinnen? Man muss hoch ansetzen und etwas wagen, sagt Heineke. (via Tagesspiegel)

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